Die Berninabahn ( St. Moritz – Tirano )

ABe 4/4 34, 30
als Sonderzug im Bahnhof Ospizio Bernina am 26. August 2000. (© D. Dietrich / 2003)
Die Berninabahn hat den
mondänen Kurort St. Moritz als Ausgangspunkt. Der Bahnhof befindet sich
unterhalb des Ortskerns auf 1775 m Meereshöhe. Auf der Berninabahn verkehren in
der Regel sehr selten mit Loks bespannten Züge. Es kommen vorwiegend die
Triebwagen der Reihe ABe 4/4 I - III und zum Einsatz. Es gibt aber auch 2 Loks,
die Gem 4/4 801 und 802. Meistens sind sie vor dem Bernina Express zu sehen.
Der
Streckenverlauf von St. Moritz bis Pontresina führt durch den Stazer Wald ohne
wesentliche Steigungen bis zum Bahnhof Pontresina. Dort müssen Reisende aus /
nach Richtung Chur / Scoul-Tarasp umsteigen, da die Berninabahn mit 3.000
V Gleichstrom fährt und das Stammnetz mit Wechselstrom 11.000 V 16 2/3 Hertz.
Um aus beiden Strecken einfahren zu können, kann die Oberleitung der jeweils
anderen Bahn abgeschaltet werden. Meistens werden die Züge Richtung Tirano
durch einen weiteren Triebwagen verstärkt. Direkte Güterzüge von / nach Tirano
gibt es nicht. Die Güterwagen werden in Pontresina an die Planzüge angehängt.
Die Trasse führt nun ab Pontresina bis zum Bahnhof Ospizio Bernina stetig
bergauf. Hinter dem Bahnhof Morteratsch öffnet sich das Motiv der
"Montebellokehre" mit dem Berninamassiv im Hintergrund. Zwischen
Pontresina und Ospizio Bernina muss der Zug einen Höhenunterschied von 479 m
auf knapp 17 km überwinden. Hierbei wird die Maximale Steigung von 70 o/oo
erreicht. Der Zug fährt nun entlag des Lago Bianco und beginnt langsam bis Alp
Grüm abzusteigen. Kurz vor dem Bahnhof bietet sich das Motiv mit dem Palü
Gletscher im Hintergrund an. Hinter Alp Grüm beginnt nun der technisch
schwierigste Teil. Der Zug muss nun 1.662 m auf ca. 60 km bis zum Endpunkt
absteigen. Das maximale Gefälle liegt bei 70 o/oo. In der Ortschaft Posciavo
(Hauptort Val di Posciavo) hat die Berninabahn ihre Betriebswerkstätte. Vorbei
am Lago di Posciavo kommt dann in Brusio ein Kreisviadukt. In Campocologno wird
die Schweiz verlassen. Schließlich wird der Endpunkt in Tirano erreicht, wo
Anschluss an die Italienische Staatsbahn (FS) besteht.
Auf der Berninabahn verkehren ebenfalls Sonderzüge. Ihre Anzahl ist aber sehr
begrenzt. Hier kommen die Triebwagen ABe 4 34, 30 sowie die G 3/4 1
"Rhätia" zum Einsatz. Eher selten kommt im Winter die
Dampfschneeschleuder X rot d 9213 zum Einsatz. Die beiden Triebwagen sind in
der ursprünglichen Farbgebung der Berninabahn lackiert. Dazu gehört noch der
Personenwagen C 5555. Außerdem steht im Depot Samedan das Berninakrokodil Ge
4/4 182. Leider ist es nicht fahrbereit. Man ist aber mit der betriebsfähigen
Aufarbeitung beschäftigt.